Traumzeit - Zeit zum Träumen

Traumzeit

Unruhig das Herz

Unruhig das Herz,
wild überschlagend Gedanken
rastlos die Hände,
das Ufer lockt mit seinem Gesang
du läßt dich nieder,
lauschst und folgst
den glitzernden Reflexen
bis sie dich ganz in ihrem
Netze eingesponnen
wiegen, wiegen, -
wenn Du erwachst
aus diesem Traum
ist auch dein Herz
zur Ruh gekommen,
Gedanken schweigen still
die Hände naß und voller Sand.

Liisa, Homepage: Litkara

Ich bin ein Boot

"Ich bin ein Boot! In bin ein Boot! Ich bin......."
"Schatz! He Du! Wach auf Was ist mit Dir? Psst. Ganz ruhig. Ich bin bei Dir. Es war nur ein Traum. Beruhige dich. Psst! Du bist ja schweißgebadet! Was hat deine Traumwelt dunkel werden lassen?"
"Ich war bei mir. Ganz nah bei mir."
"Bei Dir?"
"Da war ein großes, schneeweißes Segelschiff. Es gleitete über einen gigantischen, zähflüssigen Ozean. An Bord des Schiffes war ein Schatten. Ruhelos hastete er von einem Ende des Bootes zum anderen. Mir schien, als würde der Schatten einen Fluchtpunkt suchen. Er bewegte sich wie in Zeitraffer. Schnell. So konnte ich ihn noch an einem Punkt sehen, von dem er sich Sekunden zuvor gelöst hatte. Das ganze Boot bestand aus einem einzigen Schattenspiel. Mir kam es so vor, als wäre ich ein Teil dieses Spiels. Gehetzt. Von meinem eigenen Schatten. Sie versuchten krampfhaft sich nicht zu berühren. Als hätten sie Angst davor. Schneller! Immer schneller! Auf einmal war das schneeweiße Boot ein einziges schwarzes Schattenmeer."
Dann geschah es! Zwei der Millionen flüchtiger Schatten berührten sich. Es gab keinen Ausweg. Die Dunkelheit hatte sie umschlossen. Ängstlich schauten sie sich in die Augen. Trafen sich in sich. Zärtlich, behutsam versuchten sie sich näher zu kommen. Da war etwas, dass ihnen bekannt vorkam. Die Schattierungen der Dunkelheit glichen einander.
"Bist du das Dunkelheit? Bin ich vor Dir ständig davongelaufen?"
"Ja, wir sind es. Du und ich."
"Und dann?"
"Dann!"
"Ich sah mich. Mein in "Schwarz" gegossenes Spiegelbild. Die Reflektion all dessen, vor dem ich so lange davongelaufen war. Ich wollte flüchten. Doch das "Schwarz" verschlang mich. Wir waren ein Meer.
Verlorengeglaubte Gegenwartsvergangenheit.
Pupillenfacetten.
In mich gemeißelt.
Wie Inseln.
Flucht.
Zuflucht.
Tief - unendlich endlich.

"Schatz!"
"Was ist?"
"Ich habe letzte Nacht wieder geträumt. Da war wieder dieses Boot. Und dieser Ozean. Türkisblau. Kristallklar. Ich segelte über den mir unbekannten Ozean. Von Insel zu Insel. Und da war dieser Sonnenuntergang. Die Welt versank in mir. Ich sah meinen Schatten und lächelte."

Otto Lenk

Getragen

Ich träume auf dem Lebensmeer,
in dessen Fluss ich bin,
kristallnes Blau umspült mich sanft
und treibt mein Boot dahin.

Die Tränen fliessen leise fort,
ich kann sie segeln sehn,
getragen von dem Wind der Zeit,
seh ich sie still vergehn.

Mein Abschied voller Liebe grüsst
und strömt zum Himmelszelt,
ein warmes Lächeln strahlt zurück,
berührend diese Welt.

Am Horizont scheint jenes Licht
das mich nach Hause bringt
und durch den Traum der fernen Zeit
ein Lied der Hoffnung klingt.

Monika Schudel, Homepage: Impulse zur Veränderung


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Zuletzt geändert am 04.05.2009

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