Traumtänzer

Traumtänzer

Traumgewalten

Der Traum war so wild, der Traum war so schaurig
So tief erschütternd, unendlich traurig.
Ich möchte gerne mir sagen:
Daß ich ja fest geschlafen hab,
Daß ich ja nicht geträumt hab,
Doch rinnen mir noch die Tränen herab,
Ich höre mein Herz noch schlagen.

Ich bin erwacht in banger Ermattung,
Ich finde mein Tuch durchnäßt am Kissen,
Wie man's heimbringt von einer Bestattung:
Hab ich's im Traume hervorgerissen
Und mir getrocknet das Gesicht?
Ich weiß es nicht.
Doch waren sie da, die schlimmen Gäste,

Sie waren da zum nächtlichen Feste.
Ich schlief, mein Haus war preisgegeben,
Sie führten darin ein wüstes Leben.
Nun sind sie fort, die wilden Naturen;
In diesen Tränen find ich die Spuren,
Wie sie mir alles zusammengerüttet
Und über den Tisch den Wein geschüttet.

Nikolaus Lenau (1802-1850)

Am Fuß des Leuchtturms herrscht Dunkelheit.

Japanische Weisheit

Die Erfahrung sollte ein Leuchtturm sein, der uns den Weg weist, kein Liegeplatz, an dem man festmacht.

Unbekannt

Wenn du der Träumer bist, bin ich dein Traum.
Doch wenn du wachen willst, bin ich dein Wille
und werde mächtig aller Herrlichkeit
und ründe mich wie eine Sternenstille
über der wunderlichen Stadt der Zeit.

Rainer Maria Rilke (1875-1926) - aus: Das Stundenbuch

Alles Träumen
Tauget nichts,
Wert ist's kaum
Des Stückchen Lichts.

Alles schwindet
Um uns her,
Groß ist nur der
Vergangenheit Meer. -

Tief gelegen
Hinter mir,
Ist der Traum,
Der goldne mir.

Alles Träumen
Tauget nichts,
Wert ist's kaum
Des Stückchen Lichts

Friederike Kempner (1836-1904)

Zuletzt geändert am 14.06.2015

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