Stille Momente

Stille Momente

Das ist das Schrecklichste für einen Menschen, zumal für einen jungen Menschen: sich mit seinem Schicksal allein zu glauben, des Trostes der Gemeinschaft zu entbehren, unerlöst das Herz voller Rätsel und Bedrückungen unter Schweigenden, scheinbar Guten und Gerechten dahinzugehen, innerlich brennend, schreiend nach Liebe, äußerlich kalt, steif, verschlossen wie jene - bis er endlich in Arbeit und Eintag das innere Leben besiegt und als braver und gleichgültiger Bürger seine Tage vollendet. Einem dieser Herzen sagen zu dürfen: du irrst, schau hin in die Fülle der Menschlichkeit, da schau, wie Entwickelungen enden.

Christian Morgenstern

Poesie - Stille Momente


Stille Momente 15 von 50

Zuletzt geändert am 04.05.2009

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