Lesefutter für Seebären

Frederick A. Cook: Wo Norden Süden ist

- Herausgegeben und eingeleitet von Frederick J. Pohl
mit einem Rückblick auf alle Nordpolexpeditionen -
mit 35 Abbildungen und 2 Karten

Zitat aus der Umschlaginnenseite:
Der Kampf um den Nordpol ist das eindrucksvollste und spannendste, aber auch das ernsteste und geheimnisvollste Kapitel in der Geschichte der großen Entdeckungsfahrten der Menschheit. Nur ganz wenigen Männern ist es gelungen, den "großen Nagel" - wie die Eskimos den nördlichsten Punkt der Erde nennen - zu treffen, jenen Punkt zu erreichen, wo Norden Süden ist, mitten im Niemandsmeer des Treibeises zwischen den Kontinenten, über das heute die moderne Technik ihre Fluglinien zu ziehen beginnt und das zum eigentümlichsten strategischen Spannungsfeld geworden ist. Ganz wenige waren es, die den äußersten Norden bezwungen haben. Aber selbst über diesen wenigen liegt zum Teil noch heute das Geheimnis. Es ist das Geheimnis einer unvergleichlichen und scheinbar niemals ganz beweisbaren Tat, die dennoch mit ihrer Beweisbarkeit steht und fällt.

Im Jahre 1909 traf im entlegensten Winkel Grönlands in Begleitung zweier Eskimos ein Mann buchstäblich aus dem Nichts ein. Er war seit vielen Monaten verschollen gewesen und längst für tot gehalten worden. Nun er sich in die zivilisierte Welt zurückgefunden hatte, telegraphierte er: "Erreichte den Pol am 21. April 1908." Dieser Mann hieß Dr. Cook. Wenn seine Angaben zutrafen, dann war er der erste Mensch, der je am Nordpol gestanden hatte. Jahre vergingen, in denen um die Wertung und Anerkennung seiner Tat gerungen wurde. Cook war kein Mann der Kontroverse. Er zog sich in das Schweigen zurück und schrieb.

Vierundzwanzig Jahre nach Cooks Tat, zwölf Jahre nach seinem Tode, ging einer der bedeutendsten amerikanischen Forschungsschriftsteller daran, den Fall Cook noch einmal aufzurollen, er führte gleichsam den Prozess des Entdeckers Cook vor der Weltöffentlichkeit. Seine Untersuchung hat etwas von einem Kriminalverfahren, in dem über eine der epochemachenden Leistung in der Geschichte der Menschheit verhandelt wird bis in seine letzten Einzelheiten rekonstruiert. Der Leser durchlebt an Cooks Seite seine Kämpfe und sein unvergleichliches Abenteuer.

Und dann vernimmt er den erst jetzt freigegebenen Bericht aus Cooks Munde selbst, die erst kurz vor seinem Tode niedergelegte Saga seines nicht weniger abenteuerlichen Rückmarsches vom Pol. Ein Jahr lang brauchte Cook, um zu seinem Ausgangspunkt zurückzufinden. Keines der technischen Mittel hatte ihm zu Gebote gestanden, ohne die wir uns heute einen großen Vorstoß ins Unbekannte nicht mehr vorstellen können. Die Nahrungsmittellager und die Munition waren verlorengegangen, die Schlittenhunde mussten auch noch geopfert werden. Ein Jahr lang hatte sich Dr. Cook mit seinen zwei Eskimos durchzuschlagen. Es war ein täglicher Kampf um Leben und Tod, ein Kampf mit den Elementen, mit den wilden Tieren der Arktis, mit dem Hunger, mit der ewigen Nacht, mit Treibeis und Eisbergen: das Standhalten einer Menschenseele unter den tödlichen Hieben der absoluten Einsamkeit. In diesem Bericht ist dem Wort "Abenteuer" sein Ursinn zurückgegeben.

Dr. Frederick Albert Cook, der Arzt und Polarforscher, war seiner Herkunft nach Deutscher. Sein Vater war der deutsche Arzt Th.A. Koch. Sein von Tragik überschattetes Leben, das Leben eines Todesmutigen und zugleich Bescheidenen und Arglosen, bildet eine der eigenartigsten Episoden in einem umfassenderen Geschehen; es ist erst im Zusammenhang mit den unsäglichen Mühen und unvorstellbaren Leistungen, die den Nordpol erschlossen haben, zu verstehen. So erscheint denn hier die große packende Hintergrundschilderung der Gesamtabenteuer, aus denen sich die Geschichte des Kampfes um den Nordpol zusammensetzt. Es ist eine Jahrhunderte umspannende Geschichte. Sie endet erst mit jener modernsten Verkehrsmaschine, die ihre Route über den Pol nahm.

Frederick J. Pohls spannende Schilderung der Kontroverse Cook - Peary, Cooks großangelegter Bericht selbst und die atemberaubende Reportage der Nordpolforschung treten hier zu einem neuen Abenteuerbuch der Entdeckungen zusammen. Sie bilden das letzte klassische Polarbuch. Zahlreiche Abbildungen, erläuternde Karten und Tabellen ergänzen den Text in anschaulicher Weise.

Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 1953, 268 Seiten, Preis: 18,50 DM ;-)

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Letzte Änderung: 08.09.2013

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