Entdecker

Marco Polo

  • *15.09.1254 (Venedig oder auf Korcula, Kroatien)
  • †08.01.1324 (Venedig)
Marco Polo vor dem Großkhan der Tataren
Marco Polo vor dem Großkhan der Tataren, Gemälde von Tranquillo Cremona (1837-1878), 1863

venezianischer Kaufmann, Handelsreisender und Entdecker, einer der bedeutendsten Reisenden des Mittelalters, lieferte mit seinem Erlebnisbericht die ersten Beschreibungen des »Fernen Ostens«.

Marco Polo (1254-1324) wurde am 15. September 1254 in Venedig geboren, wo er auch aufwuchs (andere Quellen geben die dalmatinische Insel Korcula - das damals venezianische Curzola - als Geburtsort an).

Marco Polos Vater Niccolò hatte China bereits 1260 zusammen mit seinem Bruder Maffeo bereist, um dort den Handel mit Seide und Gewürzen aufzunehmen. Während der Reise, von der sie schließlich im Jahre 1269 nach Venedig zurückkehrten, lernten sie den damaligen Herrscher Kublai Khan (1215-1294, Enkel von Dschingis Khan) kennen.

1271 brachen sie erneut auf, diesmal in Begleitung von dem damals 17-jährigen Marco Polo. Nach einer langen und strapaziösen Reise, die sie durch die Türkei, das Zweistromland, Afghanistan und Kaschgar führte, erreichten sie im Jahre 1275 den Hof des Khans in Khanbalik (Peking).

Marco Polo trat dank seiner guten Sprachkenntnisse als Diplomat in den Dienst des Khans und lernte auf vielen Dienstreisen das Reich und verschiedene Nachbarländer kennen. Zeitweilig soll er auch Statthalter einer Provinz gewesen sein. 1292 hatten die Polos den Auftrag, eine mongolische Prinzessin nach Persien bringen, wo sie mit einem persischen König verheiratet werden sollte. Die (Heim-) Reise führte sie u.a. über Sumatra, Vorderindien und Persien und Armenien. 1295 landeten sie schließlich wieder in Venedig.

Als Kommandant einer venezianischen Galeere nahm Marco Polo 1298 an einer Seeschlacht zwischen den Flotten Venedigs und Genuas teil - und geriet in Gefangenschaft. Während der Haft entstand sein Reisebericht, den er vermutlich seinem Mitgefangenen Rustichello da Pisa (Rusticiaus de Pise, Rusticiano) diktierte, einem Verfasser höfischer Romane. Als Original und Grundlage für die meisten Übersetzungen gelten die franko-italienischen Manuskripte »Le Divisament dou Monde« (»Die Vielfältigkeit der Welt«). Bekannt wurde es vor allem als »Il Milione« (»Die Million«). Zunächst als Lüge abgetan prägte Marco Polos Reisebericht die Vorstellungen von Ostasien im 14. und 15. Jahrhundert.

Nach seiner Entlassung im Jahre 1299 kehrte Marco Polo für immer in seine Heimatstadt Venedig zurück. Er heiratete die Kaufmannstochter Donat Badoer. Aus der Ehe gehen drei Töchter hervor: Fantina, Bellela und Moreta.

Marco Polo starb am 8. Januar 1324 in Venedig als hoch angesehener Bürger Venedigs(1). Er wurde im Grab seines Vaters in der Kirche San Lorenzo beigesetzt.

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Feldzug Kubilai Khans
Feldzug Kubilai Khans nach den Reiseberichten Marco Polos, mittelalterliche Darstellung

Zitate:

»Kein Mensch, mag er nun Heide, Sarazene oder Christ sein, hat seit der Erschaffung Adams bis auf den heutigen Tag so viele und so gewaltige Dinge gesehen«
(aus dem Prolog seines Buches »Il Milione« 3)

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Maffeo und Nicolo Polo erhalten ein Goldtäfelchen
Kublai Khan lässt Maffeo und Nicolo Polo ein Goldtäfelchen überreichen, das ihnen sicheres Geleit gewähren soll. Abbildung aus »Le Livre des Merveilles du Monde«, 1410.

Fakten:

  • Die Chinesische Mauer entstand in der uns bekannten Form erst während der Ming-Dynastie (1368-1644), Jahrhunderte nach Marco Polos Reise! (1)
  • Als Untergebener Kublai Khans lebte Marco Polo vor allem unter Mongolen, und kam deshalb kaum mit den chinesischen Bräuchen in Berührung. Daher finden chinesische Kulturleistungen und Bräuche wie Buchdruck, das Einbinden der Füße oder das Teetrinken keine direkte Erwähnung. Sehr wohl beschreibt er aber den eigenartigen Gang der Chinesinnen und das Papiergeld. (1)
  • Eine 1351 angefertigte Liste der Besitztümer des Dogen Marin Faliero erwähnt ein Buch, »geschrieben von der Hand des Marco Polo«, das den Titel De Locis Mirabilibus Tartarum (Von den wundersamen Ländern der Tataren) trägt. Dieser autografische Text war wohl der Kern von Rustichellos »Il Milione«. (1)
  • »Messer Milione« (Herr Million) war der Spitzname Marco Polos, da er diese Zahl in seinem Reisebericht immer wieder erwähnt (Millionen von Reitern in den mongolischen Armeen, Millionen von Dschunken auf den Flüssen und Meeren, ...). (1)

Links:

Quellen / Literatur

  • (1) Michael Yamashita: Marco Polo, Eine wundersame Reise, GEO / Frederking & Thaler Verlag GmbH, 2003
  • (2) Otto Emerleben: Marco Polo, Rowohlt Taschenbuch Verlag, 2002
  • (3) C.C. Bergius: Die grossen Entdecker, Praesentverlag Hein Peter/Bertelsmann, S. 98 ff

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Letzte Änderung: 10.09.2013

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