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Christian Morgenstern

Biographie

Christian Otto Josef Wolfgang Morgenstern
geboren: 6. Mai 1871 (München)
gestorben: 31. März 1914 (Meran/Italien)

deutscher Dichter, Dramaturg, Journalist, Übersetzer, Sohn des Malers Carl Ernst Morgenstern, Enkel des Landschaftsmalers Christian Ernst Morgenstern (1805-1867). Er schrieb Grotesken, Gedankenlyrik, Aphorismen, stark beeinflusst von Schopenhauer, Nietzsche und dem Anthroposophen Rudolf Steiner, starb 1914 an Tuberkulose.

Christian Morgenstern wird am 6. Mai 1871 als Sohn des Landschaftsmalers Carl Ernst Morgenstern und seiner Frau Charlotte, Tochter des Landschaftsmalers Josef Schertel, in München geboren. Christian verbringt eine glückliche Kindheit und erhält Privatunterricht - die Schule besucht er nur unregelmäßig. 1881 stirbt seine Mutter an einem Lungenleiden (welches er von ihr geerbt hat) und Christian kommt zu seinem Patenonkel, dem Kunsthändler Arnold Otto Meyer, nach Hamburg.

Breslau. Rathaus mit Ring
Breslau. Rathaus mit Ring, um 1906, Quelle: lcweb2.loc.gov

1882 wird Christian auf ein Internat nach Landshut geschickt, für den zarten und gutmütigen Jungen eine schwere Zeit. Nachdem sein Vater erneut geheiratet hat, nehmen er und seine Frau den Jungen zu sich nach Breslau, wo Christian das Gymnasium besucht. Hier lernt er den späteren (berühmten) Schauspieler Friedrich Kayßler kennen - der Beginn einer lebenslangen, tiefen Freundschaft.

Porträt von Christian Morgenstern Porträt von Christian Morgenstern Porträt von Christian Morgenstern
Christian Morgenstern um 1888, um 1889 und 1895

Für ein halbes Jahr besucht Christian eine Militärschule, ab 1890 das Gymnasium in Sorau (Niederlausitz). Ab 1892 studiert er Volkswirtschaft und Rechte an der Universität in Breslau. Seine ersten Werke erscheinen in dem von ihm herausgegebenen Blatt «Deutscher Geist». 1893 erkrankt er an Tuberkulose und muss sein Studium abbrechen; in den nächsten Jahren folgen mehrere Kur- und Sanatoriumsaufenthalte.

Ab 1894 lebt Christian Morgenstern in Berlin und arbeitet als freier Schriftsteller, Redakteur und Journalist für die «Tägliche Rundschau» und die «Freie Bühne», später als Dramaturg, Herausgeber der Zeitschrift «Das Theater» und als Lektor beim Bruno Cassirer Verlag. 1895 veröffentlicht Morgenstern den Nietzsche gewidmeten Band «In Phantas Schloß» und beginnt die ersten «Galgenlieder» für den «Bund der Galgenbrüder» zu schreiben. Zwischen 1897 und 1903 arbeitet er als Übersetzer der Werke von August Strindberg (1849-1912) und Henrik Ibsen (1828-1906). Henrik Ibsen lernt er während einer Skandinavienreise 1898 persönlich kennen, ebenso den norwegischen Komponisten Edvard Grieg (1843-1907).

Arosa, Schweiz
Arosa, Schweiz, um 1900, Quelle: lcweb2.loc.gov

Morgenstern unternimmt zahlreiche Reisen, vor allem nach Italien und in die Schweiz. 1908 lernt er Margareta Gosebruch von Liechtenstern kennen, mit der er sich im gleichen Jahr verlobt. 1909 wendet er sich der Anthroposophie Rudolf Steiners zu, den er zutiefst bewundert. Er wird Mitglied der Anthroposophischen Gesellschaft. Er besucht die Vorträge Steiners in mehreren Orten, lernt ihn auch persönlich kennen. Am 7. März 1910 heiratet er Margareta in Meran-Obermais. Weitere Vorträge Steiners werden besucht. 1911 lässt das Paar sich in Arosa nieder.

1914 verweigert das Sanatorium in Arco, Südtirol, Morgenstern die Aufnahme - sein Gesundheitszustand ist hoffnungslos. Er stirbt am 31. März 1914 an Tuberkulose. Nach der Einäscherung wird die Urne in das Goetheanum nach Dornach überführt.

Werke (Auswahl):

  • In Phantas Schloß (1895)
  • Ein Sommer (1900)
  • Und aber ründet sich ein Kranz (1902)
  • Galgenlieder (1905)
  • Melancholie (1906)
  • Palmström (1910)
  • Ich und Du (1911)
  • Wir fanden einen Pfad (1914)
  • Palma Kunkel (1916)
  • Stufen (1918)
  • Der Gingganz (1919)
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