Filmklassiker - Biografien und Filme großer Stars

Judy Garland

  • Frances Ethel Gumm
  • geboren: 10.06.1922 (Grand Rapids, Minnesota)
  • gestorben: 22.06.1969 (London)

Frances Ethel Gumm wurde am 10. Juni 1922 als dritte Tochter der Vaudeville-Künstler Frank Avent (1886-1935) und Ethel Marian Gumm (geb. Milne, 1893-1953) geboren.

Zusammen mit ihren Schwestern Mary Jane (Suzanne Kahn, 1915-1964) und Virginia (1917-1977) bildete sie das Gesangstrio »The Gumm Sisters Kiddie Act«.

1927 zog die Familie nach Lancaster in Kalifornien. 1932 zog die Mutter mit ihren Töchtern nach Los Angeles, der Vater folgt 1933. Nach einem Vorsingen (»Zing! Went the Strings of My Heart!«) erhielt sie im September 1935 einen Vertrag bei dem MGM-Studio-Mogul Louis B. Mayer. Ihren Namen änderte sie in Judy Garland (der Nachname nach dem Filmkritiker Robert Garland, der Vorname nach dem Lied »Judy«). Judy trat zunächst in Radiosendungen (»Bob Hope Show«) und als Sängerin bei festlichen Dinners und bei Partys des MGM-Studios auf. Ihr Vater starb tragischerweise während einer ihrer Radioauftritte an einer Gehirnhautentzündung.

1936 trat sie zusammen mit Deanna Durbin in dem Kurzfilm »Every Sunday« auf. MGM entschied sich für die swingende Judy (Deanna Durbin (*1921) rettete das Universal-Studio vor dem Konkurs und war Ende der 40er Jahre Hollywoods höchstbezahlter weiblicher Star).

Judy gab ihr Filmdebut in »Pigskin Parade« (»Der springende Punkt«, 1936), doch große Popularität erlangte sie erst 1937, als sie »You Made Me Love You« auf Clark Gables Geburtstagsparty sang. Das Lied wurde Bestandteil ihres Films »Broadway Melody of 1938«

Mickey Rooney war ihr Partner in »Love finds Andy Hardy« (nach »Thoroughbreds Don't Cry«) der zweite von insgesamt 9 (10, wenn man Gastauftritte dazurechnet) gemeinsamen Filmen.

The Wizard Of Oz
Der Zauberer von Oz / The Wizard Of Oz, Gänseeier, bemalt und beklebt, von Thomas Schöne, mit freundlicher Genehmigung

1939 spielte sie die Rolle, die sie unsterblich machen sollte: die der Dorothy in »The Wizard of Oz« (»Das zauberhafte Land«). Ursprünglich war Shirley Temple für diese Rolle vorgesehen, auch war Judy mit ihren 16 Jahren eigentlich schon zu alt (in der Buchvorlage von L. Frank Baum ist die Heldin etwa 10 Jahre alt). Aber die Produzenten Arthur Freed und Mervyn LeRoy setzten sich durch. Die Melodien von Harold Arlen und E.Y. Harburg wurden zu Klassikern, vor allem »Somewhere over the Rainbow«.

Nach weiteren Musicals mit Mickey Rooney drehte sie 1942 »For Me and My Gal«, in dem Gene Kelly sein Filmdebüt gab. Zusammen mit Gene Kelly spielte sie außerdem in »The Pirate« (»Der Pirat«, 1948) und »Summer Stock« (1950), ihrem letzten MGM-Film.

Eines ihrer schönsten MGM-Musicals ist Meet Me in St. Louis (Treffpunkt St. Louis), das 1944 unter der Regie ihres späteren Ehemannes Vincente Minnelli (1903-1986) entstand. Fred Astaire war 1948 ihr Partner in dem nostalgischen »Easter Parade« (»Osterspaziergang«).

1950 wurde Judy Garland aufgrund ihrer Unzuverlässigkeit von MGM gefeuert. Erstmals versuchte sie, sich das Leben zu nehmen. Es folgten enorm erfolgreiche Konzertserien in den USA, in London und New York. Zwischen 1951 und 1969 gab Judy Garland mehr als 1.500 Konzerte.

Judy Garland
Judy Garland, Gemälde von Thomas Schöne, mit freundlicher Genehmigung

Für ihre bewegende Darstellung - wohl die beste ihrer gesamten Karriere - in A Star is Born (Ein neuer Stern am Himmel, 1954) wurde sie für den Oscar™ nominiert. Unvergessen ihr Song »The Man That Got Away«

Ihr Auftritt in der Carnegie Hall in New York am Abend des 23. April 1961 zählt zu den Höhepunkten ihrer Konzerttourneen und festigte ihren Ruf als lebende Legende. Das Album »Judy at Carnegie Hall« hielt sich 73 Wochen in den Billboardcharts und wurde bei der Grammy-Award-Verleihung 1962 mit fünf Preisen ausgezeichnet.

Eine Oscar®-Nominierung als beste Nebendarstellerin erhielt Judy 1961 für »Judgment at Nuremberg« (Das Urteil von Nürnberg)

1963-1964 entstanden 26 Folgen der "Judy Garland Show" für CBS.

Judy Garland starb am 22. Juni 1969 an einer (versehentlich eingenommenen?) Überdosis Schlaftabletten. Sie wurde nur 47 Jahre alt.

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Judy war fünfmal verheiratet:

  • 1941-1945 mit dem Bandleader David Rose (1910-1990)
  • 1945-1951 mit dem Regisseur Vincente Minnelli (1903-1986), Tochter Liza Minnelli (*1946)
  • 1952-1965 mit ihrem Manager Sidney Luft (1915-2005), Tochter Lorna Luft (*1953), Sohn Joey Luft (*1955)
  • 1965-1969 mit dem Schauspieler Mark Herron (1928-1996)
  • 1969 bis zu ihrem Tod mit dem Diskotheken-Geschäftsführer Mickey Deans (1934-2003)

Diäten, Drogen, Depressionen

Wegen ihrer Gewichtsproblemen verordnete das Studio Judy eine strenge Diät und ein Arzt Tabletten zur Gewichtsreduktion. Gleichzeitig zerrte der berufliche Stress an ihren Nerven. Judy wurde abhängig von Tabletten und war schon mit 21 Jahren regelmäßig in psychiatrischer Behandlung.

Wenn wir an einer Produktion arbeiteten, ließ man uns Tag und Nacht ohne Pause schuften. Man gab uns Aufputschtabletten, damit wir uns, obwohl wir völlig ausgelaugt waren, noch länger auf den Beinen halten konnten. Dann brachte man uns in die Krankenstation auf dem Studiogelände und stopfte uns mit Schlaftabletten voll. Mickey (Rooney) streckte sich auf dem einen Bett aus, ich auf dem anderen, und dann lagen wir da wie tot. Nach vier Stunden wurden wir wieder geweckt, und man gab uns erneut die Aufputschpillen, damit wir weitere zweiundsiebzig Stunden ohne Unterbrechung vor der Kamera stehen konnten. Die meiste Zeit erlebten wir unsere Umgebung wie in Trance, doch ich muss sagen, dass wir uns sehr schnell an diesen Zustand gewöhnten.

Judy Garland: There'll Always Be An Encore. McCall's; Januar 1964,
zitiert aus: Judy Garland von James Juneau, Wihelm Heyne Verlag 1980, S.58

Auszeichnungen:

1939 erhielt Judy Garland einen Miniatur-Oscar® für ihre darstellerische Leistung (For her outstanding performance as a screen juvenile during the past year).

Oscar®-Nominierungen:

  • 1954: A star is born/Ein neuer Stern am Himmel (1954), beste Schauspielerin
  • 1961: Judgment at Nuremberg/Das Urteil von Nürnberg (1961), beste Nebendatstellerin

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Zuletzt geändert am 29.06.2010

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