Der Tempel der Artemis, der griechischen Göttin des Mondes und gewaltigen Jägerin, der Hüterin der Städte, der Frauen und der jungen Tiere, wurde absichtlich auf moorigem Boden errichtet, da man glaubte, dieser könnte auch heftige Erdstöße (Erdbeben) abfangen. Im Inneren des Tempels stand ein 2 m hohes Standbild der Artemis. Herostratos steckte den Tempel im Jahre 356 v.Chr. in Brand, um seinen Namen unsterblich zu machen. Die Statue überstand die Katastrophe nahezu unversehrt. Angeblich wurde in der Nacht des Brandes (21.07.356 v.Chr.) auch Alexander (der Große) geboren - ein Grund dafür, dass die Göttin Artemis in dieser Nacht nicht in Ephesos weilte, sondern dem zukünftigen Eroberer Asiens zur Seite stand...
Nach dem Brand wurde der Tempel erneut errichtet, diesmal bestand die Decke jedoch nicht aus Holz, sondern aus massivem Stein. Die neuen Außenmaße des Tempels waren 78 x 131 Meter.
»Artemis sing ich, mit goldenen Pfeilen, die lärmende, wilde, reine Jungfrau... geschmückt den Leib mit goldenem Geschmeide, führt sie den Chor.«
Homer
»Ein armer, wohltätiger Mensch kann sich manchmal reich fühlen, ein geiziger Krösus niemals.«
Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916), österreichische Schriftstellerin
»Dem ganzen Kreise der Olympischen,
Alkmene! - Welch ein Wort? Dich in die Schar
Glanzwerfend aller Götter führ ich ein.
Und wär ich Zeus, wenn du dem Reigen nahtest,
Die ew'ge Here müßte vor dir aufstehn,
Und Artemis, die strenge, dich begrüßen.«
Heinrich von Kleist (1777-1811), Amphitryon
»Kretische Artemis
Wind der Vorgebirge: war nicht ihre
Stirne wie ein lichter Gegenstand?
Glatter Gegenwind der leichten Tiere,
formtest du sie: ihr Gewand
bildend an die unbewußten Brüste
wie ein wechselvolles Vorgefühl?
Während sie, als ob sie alles wüßte,
auf das Fernste zu, geschürzt und kühl,
stürmte mit den Nymphen und den Hunden,
ihren Bogen probend, eingebunden
in den harten hohen Gurt;
manchmal nur aus fremden Siedelungen
angerufen und erzürnt bezwungen
von dem Schreien um Geburt.«
Rainer Maria Rilke (1875-1926), Der neuen Gedichte anderer Teil (1908)
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Zuletzt geändert am 29.06.2010