Die Judenfrage besteht. Es wäre töricht, sie zu leugnen. Sie ist ein verschlepptes Stück Mittelalter, mit dem die Kulturvölker auch heute beim besten Willen noch nicht fertig werden.
Theodor Herzl (1860-1904), jüd. Journalist, Begründer des Zionismus in »Der Judenstaat«
Der Antisemitismus ist das Merkzeichen einer zurückgebliebenen Kultur.
Friedrich Engels (1820-1895), deutsch. sozialistischer Politiker u. Schriftsteller
Kommt es euch wohl zu, Menschen zu verbrennen, weil sie von einer Rasse abstammen, die ehemals ein kleines steiniges Land in der Nähe der Syrischen Wüste bewohnte? Was schert es euch, ob ein Mann eine Vorhaut hat oder nicht, oder ob er seine Osterandacht bei Vollmond im April hält oder am Sonntag darauf?
Voltaire (1694-1778), franz. Philosoph, Historiker u. Dichter in »Geschichte von Jenni«
Offenbar schützt die Tonsur des katholischen Priesters den Kopf besser als das Mützchen des frommen Juden.
Jiddisch
Der Tisch war, besonders am Seder-Abend, mit silber-gestickter Brokatdecke geziert; darauf standen silberne Becher, silberne Leuchter und sogar silberne Rechauds für die Speisen. Wie überaus prachtvoll erschien mir dieser Abend! Wie herrlich sahen die lieben Eltern aus! Am oberen Ende des Tisches stand des lieben Vaters strohgeflochtener Stuhl, auf welchen wir Kinder, die schon erwachsenen nicht ausgenommen, aus Pietät uns niemals zu setzen wagten; an jenem Abend wurde der Stuhl in einen Thronsessel umgewandelt, indem er mit rotseidenen Kissen, reich bestickt mit Silber- und Goldbrokat, bedeckt war. Auf diesem Throne sitzend, sah der liebe Vater, der am Seder-Abende auch besonders guter Laune zu sein pflegte, gar königlich aus. Die liebe Mutter, im Bewusstsein, die große Pessach Arbeit glücklich vollbracht zu haben, überblickte liebevoll die Tischgenossen, und saß bei der Zeremonie als Königin dem Herren Gemahl zur Seite. Sah ich die beiden am Seder-Abende, dem Freudenfeste, den Ausdruck freier Heiterkeit, so zeigte mir das ernstere Neujahrs- und das durchaus ernste Versöhnungsfest in den Geliebten ein Bild des frömmsten, innigsten ehelichen Lebens. Da war ein Glauben, ein Lieben, ein Fürchten, Wünschen und Hoffen - ein Heiligenschein umgab an diesen feierlichen Tagen die geliebten Eltern.
Moritz Daniel Oppenheim (1800-1882), deutscher Maler in 'Erinnerungen'
Alle Kinder sind klug, solange sie klein sind, aber bei der Mehrzahl bleibt es beim Kinderverstand.
Jiddische Weisheit
Berge kommen nicht zusammen, aber Menschen.
Jiddische Weisheit
Das Leben ist eine Komödie für den Reichen, ein Spiel für den Narren, ein Traum für den Waisen, ein Trauerspiel für den Armen.
Jiddisches Sprichwort
Die Klage über die Schärfe des Wettbewerbes ist in Wirklichkeit meist nur eine Klage über den Mangel an Einfällen.
Walther Rathenau (1867-1922), deutsch. Industrieller, Schriftsteller, Politiker
Der Mann, der um des Geldes Willen heiratet, verdient es nicht anders.
Jiddische Spruchweisheit
Ein Narr sagt, was er weiß; ein Weiser weiß, was er sagt.
Jiddische Volkweisheit
Liebe mag blind machen, aber Eifersucht sieht zuviel.
Jiddisch
Rühme deine Bescheidenheit nicht, denn damit verliert sie ihre Vorzüge.
Jiddische Weisheit
Schweigen ist ein Zeichen von Weisheit, aber Schweigen allein ist noch keine Weisheit.
Jiddisch
Wenn die Mutter nach Zwiebeln riecht und der Vater nach Knoblauch, kann die Tochter nicht nach Rosen duften.
Jiddisch
Wenn du irgend etwas verloren hast, nimm an, du hättest es einem Armen gegeben.
Jiddisches Sprichwort
Zum Beispiel ist noch kein Beweis.
Jiddische Weisheit
Und ist denn nicht das ganze Christentum aufs Judentum gebaut? Es hat mich oft geärgert, hat mich Tränen genug gekostet, wenn Christen gar so sehr vergessen konnten, dass unser Herr ja selbst ein Jude war.
Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781), deutscher Schriftsteller, Kritiker und Philosoph der Aufklärung
Lieber zweimal fragen als einmal irregehen.
Scholem Alejchem, eigentlich Schalom Rabinowitsch (1859-1916), jiddischer Schriftsteller, Klassiker der jüdischen Literatur
Ich glaube an die Sonne, auch wenn sie nicht scheint. Ich glaube an die Liebe, auch wenn ich sie nicht spüre. Ich glaube an Gott, auch wenn ich ihn nicht sehe.
Jüdische Inschrift im Warschauer Ghetto
Leicht ist man entschlossen findet man Genossen, erst auf sich gestellt, zeiget sich der Held.
Jüdisches Sprichwort
[...] Außerdem verdanken wir den Juden viel zuviel. Von Heine und Börne zu schweigen, war Marx von stockjüdischem Blut; Lassalle war Jude. Viele unserer besten Leute sind Juden. Mein Freund Victor Adler, der jetzt seine Hingebung für die Sache des Proletariats im Gefängnis in Wien abbüßt, Eduard Bernstein, der Redakteur des Londoner "Sozialdemokrat", Paul Singer, einer unserer besten Reichstagsmänner - Leute, auf deren Freundschaft ich stolz bin, und alles Juden! Bin ich doch selbst von der "Gartenlaube" zum Juden gemacht worden, und allerdings, wenn ich wählen müßte, dann lieber Jude als "Herr von"!
Friedrich Engels, (1820-1895), deutsch. sozialistischer Politiker u. Schriftsteller, in: 'Arbeiter-Zeitung' Nr. 19, 09.05.1890
A jidische neschome ken men nit schazen.
- Eine jüdische Seele kann man nicht ergründen.
Jiddisches Sprichwort
As a milner schlogt sich mit n kojmenkerer, wert der milner schwarz un der kojmenkerer wajs.
- Wenn sich der Kaminfeger mit dem Müller prügelt, so wird der Müller schwarz und der Kaminfeger weiß.
Jiddisches Sprichwort
Nit jeder is zufridn mit sajn ponim, ober mit sajn ßejchl is jeder zufridn.
- Nicht jeder ist mit seinem Gesicht zufrieden, mit seinem Gehirn aber jeder.
Jiddisches Sprichwort
Wen men lacht, sen ale - wen men wejnt, set kejner nit.
- Lacht man, so sehen es alle, weint man aber, so sieht es keiner.
Jiddisches Sprichwort
Klaane Tippcher laafe bald über!
- Kleine Personen werden leicht zornig.
Jiddisches Sprichwort
A lejdike kischke hot fajnt al lange drosche.
- Ein leerer Bauch haßt lange Predigten.
Jiddisches Sprichwort
As men ken nit bajsn sol men nit wajsn di zejn.
- Wer nicht beißen kann, soll nicht die Zähne zeigen.
Jiddisches Sprichwort
Nicht im Glauben, sondern im sittlichen Handeln liegt das Wesen der Religion.
Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781), deutscher Schriftsteller, Kritiker und Philosoph der Aufklärung
Zuletzt geändert am 28.05.2009