Islamische Gelehrte erfinden das Abbildungssystem der »Camera obscura«: ein Kasten mit transparenter Rückwand und einer Öffnung auf der Vorderseite. Damit begründen sie das optische Grundprinzip der Fotografie.
Leonardo da Vinci (1452-1519) experimentiert mit der Camera obscura. Er zeichnet und beschreibt das Gerät im Vergleich zum Auge in seinen Tagebüchern (»Codex Atlanticus«).
Der italienische Physiker Giovanni Battista Della Porta (1535-1615) beschreibt die Camera obscura: »...man wird feststellen, dass die auf der Strasse Gehenden mit dem Kopf nach unten zu sehen sind, als befänden sie sich bei den Antipoden, und was rechts ist, wird links sein...«
Der deutsche Prämonstratensermönch Johann Zahn konstruiert eine transportable Camera obscura (»Oculus artificialis« - künstliches Auge) mit einem Ablenkspiegel und einem Objektiv aus zwei bis drei Linsen zur Einstellung der Schärfe.
Der deutsche Mediziner und Philologe Johann Heinrich Schulze stellt erstmalig durch Schwärzen von Chlorsilber, einem braunschwarzen Mineral, Lichtbilder auf einer ebenen Grundlage aus weißem Kreideschlamm her.
Dem französischen Chemiker und Erfinder Joseph Nicéphore Nièpce gelingt erstmals die Wiedergabe von Bildern auf lichtempfindlich gemachtem Asphalt nach dem von ihm erfundenen Ätzdruckverfahren (»Heliografie«).
Der Franzose Louis Jacques Daguerre stellt die von ihm und seinem Landsmann Nièpce entwickelte Fotografie der Öffentlichkeit vor. Unabhängig davon entwickelt der britische Wissenschaftler William Henry Fox Talbot ein fotografisches Verfahren unter Zurhilfenahme der »Camera obscura«.
William Henry Fox Talbot lässt sich ein fotografisches Gerät patentieren, mit dem man Negativbilder auf einer Glasplatte erzeugen kann. Durch die auf 5 Minuten verkürzte Belichtungszeit kommen nun erstmalig Porträtfotografien auf.
Der Engländer Hunt fixiert fotografische Bilder auf Chlorsilberpapier erstmals mit Eisenvitriol statt Säure.
Claude Nicéphore Nièpce de Saint-Victor, ein Neffe des Erfinders der Fotografie, verwendet zum Fotografieren Glasplatten mit einer lichtempfindlichen Schicht aus jodkaliumhaltigem Eiweiß. Diese sensibilisiert er mit Silbernitrat.
Der franz. Maler u. Fotograf Gustave Le Gray erfindet das »Kollodium-Verfahren«. Es ermöglicht wesentlich schärfere Aufnahmen, von denen Abzüge hergestellt werden können.
Der ital. Erfinder Ignazio Porro entwickelt das erste Teleobjektiv. Dem Astronomen Barkowski gelingt die erste Aufnahme der Sonnenkorona bei einer totalen Sonnenfinsternis.
Der Brite Hamilton Smith erfindet die Schnellfotografie (»Ferrotypie«). Dem deutschen Chemiker Wilhelm Zenker gelingen farbige Fotografien mit lichtempfindlicherem Chlorsilberpapier.
Der Engländer Harrison entwickelt das erste Weitwinkelobjektiv (»Harrison-Kugelobjektiv«)
Der Franzose Marc Antoine Augustin Gaudin entwickelt die Jodsilber- und Chlorsilber-Emulsion. Der Engländer T. Sutton erfindet die Spiegelreflexkamera mit handbetätigtem Klappspiegel.
Stereofotografien kommen in Mode, eine deutsche Firma verkauft davon fast eine halbe Million Bilder.
Der Engländer Traill Taylor erfindet das Magnesiumblitzlicht.
J.B. Obernetter führt das Chlorsilber-Kollodiumpapier zur Herstellung fotografischer Positiv-Abzüge ein.
Der britische Chemiker Joseph Wilson Swan entwickelt erste fotografische Trockenplatten.
Der britische Fotograf Eadweard Muybridge macht Serienaufnahmen, um Bewegungsabläufe in Phasen festzuhalten. Der amerik. Astronom Henry Draper zeichnet erstmals das Spektrum eines Sterns fotografisch auf.
Der deutsche Chemiker Herrmann Wilhelm Vogel überzieht das Bromsilber mit organischen Farbstoffen und macht die Fotoschichten dadurch empfindlich für Gelb und Grün. Damit wird wird die Grauton-Wiedergabe dieser Farben verbessert.
Der deutsche Mediziner Robert Koch entwickelt ein Verfahren zur Färbung und Mikrofotografie von Bakterien.
Der amerik. Geistliche H. Goodwin benutzt erstmals dünne Zelluloidfilmbänder als fotografische Schichtträger.
Der Engländer Eadweard Muybridge stellt ein von ihm entwickeltes Verfahren vor, mit dem sich die Bilder durch schnelles Nacheinanderprojizieren wieder zu einem scheinbaren Bewegungsablauf zusammensetzen lassen.
Der deutsche Konstrukteur Otto Anschütz erfindet den Schlitzverschluss, bei dem zwei Jalousien die fotografische Schicht für eine durch Federspannung einstellbare Zeit freigeben.
Der amerik.Trockenplattenhersteller George Eastman meldet den Rollfilm zum Patent an.
Der US-Ingenieur Frederick Eugene Ives setzt ein 1861 von dem brit. Physiker James Clerk Maxwell entwickeltes Verfahren zur Projektion farbiger Diapositive in ein technisches Gerät um (»Photochromoskop«).
Die optischen Werke von Carl Zeiss in Jena bringen das bald weltberühmte »Tessar«-Kameraobjektiv mit überragender Schärfe- und Kontrastleistung auf den Markt.
Die Brüder Louis Jean und Auguste Lumière aus Frankreich stellen das von ihnen entwickelte Autochrome-Verfahren zur Anfertigung farbiger Fotografien vor.
Die deutsche Agfa bringt erste additiv arbeitende Farbfilme auf den Markt.
Die Firma Leitz bringt die bereits ab 1913 von Oskar Barnack konstruierte Kleinbildkamera »Leica« auf den Markt.
Edward Weston (USA) und P. Gossen (Deutschland) erfinden zeitgleich Belichtungsmesser auf Basis einer Selenzelle.
Die Firma Leitz integriert die Anwendung aller optisch-mikroskopischen Verfahren in einem Kamera-Mikroskop.
Mit dem »Agfacolor«-Farbfilm entwickelt der Agfa-Chemiker Koslowsky in Wolfen ein bahnbrechendes Verfahren der Farbfotografie auf der Grundlage der subtraktiven Farbmischung.
Die Firma Agfa bietet erstmals farbige Papiervergrößerungen von Fotografien an.
Der Amerikaner Edwin Herbert Land entwickelt das Polaroid-Verfahren: die Sofortbildfotografie.
Hochgeschwindigkeitskameras erreichen erstmals Bildfolgen von bis zu zehn Millionen Aufnahmen pro Sekunde.
Die Firma Honeywell führt mit dem »Auto-Strobanar« einen ersten elektronischen Fotoblitz mit Belichtungssteuerung ein. Der Kieler Rudolf Hell entwickelt mit dem »Digiset«-System den computergesteuerten fotoelektr. Lichtsatz.
Die Elektronik dringt in alle Bereiche der Kleinbildfotografie vor: Belichtungsmesser, Blendenautomatik, Autofokussierung, Entfernungsmessung...
Mit dem Agfacontour-Film führt die Firma Agfa die Äquidensiten-Fotografie ein. Der Film registriert Linien gleicher Dichte (Schwärzung, Wärmedichte u.a.) oder Helligkeit.
Der deutsche Biochemiker Dieter Oesterle entwickelt ein revolutionäres neues Filmmaterial. Mit dem »Bakteriorhodopsin-Film« lassen sich 10000 Bilder pro Sekunde und bis zu 5000 Linien pro Millimeter aufnehmen.
Zuletzt geändert am 03.05.2009