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Biografie: Mohammed

  • Mahomed
  • Abul Kasim Muhammad Ibn Abd Allah
  • geboren: um 570/71 (Mekka)
  • gestorben: 08.06.632 (Medina)

Mohammed (arab. »der Gepriesene«, um 570/71-632), Stifter des Islam. Ein Visionserlebnis (um 610) mit dem Erzengel Gabriel in einer Höhle (»Ghar Hira«) im Berg Hira überzeugt ihn, der persönliche Gesandte Gottes zu sein (Sure 96, 1-5). Er versteht sich als der zu den Arabern gesandte Prophet und predigt die »Offenbarungen Gottes«, die im Koran (Quran) zusammengefasst sind.

Der aus dem verarmten Zweig der Familie der Koraisch stammende Mohammed, Sohn des Abd Allah, wird mit 6 Jahren Vollwaise und wächst zunächst bei seinem Großvater Abd al-Muttalib und nach dessen Tod bei seinem Onkel, dem Kaufmann Abu Talib, auf. Im Alter von 25 Jahren heiratet er die Kaufmannswitwe Chadidscha (Khadidja, um 555-um 619), in deren Diensten er stand. Nur ein Kind aus dieser Ehe, die jüngste Tochter Fatima (*605), bleibt am Leben; auf sie gehen alle Nachkommen Mohammeds zurück. Als Kaufmann und Karawanenführer kommt Mohammed mit der jüdischen und christlichen Religion in Berührung.

Mohammed, ein sehr nachdenklicher Mensch, fürchtet sich vor dem Weltende und dem Gottesgericht. Er sehnt sich einer neuen, ihn ausfüllenden Religion. Er zieht sich regelmäßig zu Gebeten und zur Meditation zum Berg Hira zurück, wo er seine Visionen erlebt. Der Erzengel Gabriel beauftragt ihn, die Menschen zu erwecken und sie vor dem drohenden Gericht Gottes zu warnen. Ab 613 predigt Mohammed in Mekka öffentlich, dass Allah der alleinige Gott des Weltalls ist, und es neben ihm keine anderen Götter gibt. Alle Gläubigen sind vor Allah gleich, am Tag des Jüngsten Gerichts müssen sie sich vor Allah verantworten. Reiche müssen ihr Vermögen mit den Armen teilen.

Pilger vor der Kaaba
Pilger vor der Kaaba, dem Hauptheiligtum der Moslems, Farblithographie (um 1860)

Zunächst ist seine Anhängerschaft klein und besteht vorwiegend aus Armen; sie nennen die neue Lehre »Islam«, die »Ergebung in den Willen Gottes«. Sie stößt auf den Widerstand der Mächtigen in Mekka. Als Kreuzungspunkt zweier Handelsstraßen ist die Stadt ein reiches, arabisches Handelszentrum und zugleich als Pilgerort ein religiöses Zentrum. Es kommt zu Auswanderungen von Mohammeds Anhängern nach Abessinien (615 und 617). 622 verlässt Mohammed Mekka und sucht Zuflucht in Jasrib (Yathrib), dem Hauptort einer Großoase, die nun den Namen »Medinet al-Nabi« (»Stadt des Propheten«) erhält - Medina. Das Jahr der »Hedschra« (»Hidjra«), der Auswanderung, wird zum Beginn der islamischen Zeitrechnung.

Nach der Einigung von zwei verfeindeten Beduinenstämmen bekennt sich ein großer Teil der Bevölkerung zu Mohammeds Lehre. Der Islam versteht sich allerdings nicht als neue Religion, sondern als endgültige Offenbahrung gegenüber den als Vorläufer anerkannten jüdisch-christlichen Propheten (die christliche Vorstellung, Jesus sei Gottes Sohn, wird im Koran aber ausdrücklich bestritten). Einige, vor allem aber die Juden, lassen sich nicht von der Mohammed verkündeten Übereinstimmung überzeugen. Sie werden zur Auswanderung gezwungen oder vernichtet bzw. versklavt.
Mohammed ändert die Gebetsrichtung von Jerusalem nach Mekka, wo nach der Überlieferung Abraham, der Stammvater aller Gläubigen, mit seinem Sohn Ismail die Kaaba erbaut hatte. Statt der Glocken fordert nun ein Gebetsrufer, der Muezzin, die Gläubigen zu festgesetzten Zeiten zum Gebet auf. Das Fasten wird auf einen Monat, den Ramadan, ausgedehnt.

Mohammeds Anhänger nehmen 624 den »Heiligen Krieg« gegen Mekka auf, überfallen mekkansche Karawanen und provozieren Gegenaktionen Mekkas; es kommt zu wechselhaften Kämpfen zwischen Mekka und Medina. Das »Abkommen von Al-Hudaybiyya« führt 628 zur Gleichstellung der Gemeinschaft Mohammeds mit der Mekkas. 629 wird der Handelsweg Mekkas nach Norden blockiert. 630 zieht Mohammed nach Mekka, wo er nur auf geringen Widerstand stößt. Er behandelt die Mekkaner mit großer Milde, und ein großer Teil bekehrt sich daraufhin zum Islam. Mohammed zerstört die Götterbilder in der Kaaba, behält diese aber als Heiligtum bei. Er stirbt 632 als Führer fast der gesamten arabischen Halbinsel.

Mekka mit Blick auf die Kaaba
Mekka mit Blick auf die Kaaba, um 1910
Quelle: Archival Research Catalog (ARC)

Zitate:

»Lies! Im Namen deines Herrn, des Schöpfers, der den Menschen erschuf aus geronnenem Blut! Lies! Und der Edelmütigste ist dein Herr, Er, der das Schreibrohr zu gebrauchen lehrte, der die Menschen lehrte, was sie nicht wußten.«
(Koran/Quran, Sure 96, 1-5)

Links:

Quellen:

  • Chronik der Weltgeschichte, Chronik Verlag, 1988
  • Illustrierte Weltgeschichte, Naumann und Göbel Verlag, 1996
  • P.M. History, Das grosse Magazin für Geschichte, November 2003
  • Udo Tworuschka: Die Religionen der Welt, Gütersloher Verlagshaus, 1999

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Zuletzt geändert am 07.06.2009

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