Navigation

Biografie: Otto Hahn

  • geboren: 08.03.1879 (Frankfurt a. M.)
  • gestorben: 28.07.1968 (Göttingen)

deutscher Chemiker, schuf die Grundlagen zur Nutzung der Atomenergie.

1904 verbrachte Otto Hahn ein Forschungsjahr bei William Ramsey (1852-1916, Chemie-Nobelpreis 1904) in London. Hier lernte er die Chemie der radioaktiven Stoffe kennen und entdeckte 1905 neue Isotope der Elemente Thorium, Radium und Actinium. Ein weiterer Forschungsaufenthalt brachte ihn mit Ernst Rutherford (1871-1937, Chemie-Nobelpreis 1908) in Kanada zusammen.
Ab 1907 war er als Professor am Wilhelm-Institut für Chemie in Berlin tätig, wo er 1917 zusammen mit seiner langjährigen Mitarbeiterin Lise Meitner das Protaktinium entdeckte. Hahn war ein Gegner des nationalsozialistischen Gedankenguts - er weigerte sich, Parteimitglied der NSDAP zu werden und nahm auch an der Gedenkfeier für den im Exil gestorbenen Juden Fritz Haber (1868-1934, Chemie-Nobelpreis 1918) teil.

Lise Meitner und Otto Hahn
Lise Meitner und Otto Hahn, Quelle: arcweb.archives.gov

Ab 1934 erforschten Hahn und Meitner die Bestrahlung von Uran mit Neutronen. Ihre Arbeit wurde durch die Judenverfolgung beendet, da Lise Meitner fliehen musste. Gemeinsam mit Fritz Straßmann (1902-1980) gelang Otto Hahn 1938 (durch Beschuss mit langsamen Neutronen) die erste Kernspaltung. Lise Meitner, mit der er im brieflichen Kontakt stand, konnte 1939 die erste physikalische Deutung des Vorgangs geben.

1944 erhielt Otto Hahn den Nobelpreis für Chemie für »die Entdeckung der Spaltung schwerer (Uran-)Atomkerne als Grundlage für die spätere friedliche und militärische Nutzung der Nuklearenergie«. Den Preis konnte er erst 1946, nach der Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft entgegennehmen. Otto Hahn lebte danach in Göttingen, beteiligte sich am Wiederaufbau der deutschen Forschungseinrichtungen, war von 1948-1960 Präsident der Max-Planck-Institute. In den 50er Jahren warnte er zusammen mit anderen Wissenschaftlern vor der militärischen Nutzung der Atomkraft ('Mainauer Deklaration', 1955; 'Göttinger Manifest', 1957).

Biografie-Startseite

Zuletzt geändert am 07.06.2009

Top
Teilen