deutscher Mediziner, Biologe und Serologe, Begründer der modernen Chemotherapie, forschte auch auf den Gebieten der Histologie (Gewebelehre) und der Immunologie. Seine Forschungen beeinflussten die Arzneimittelforschung, die Onkologie (Krebsforschung) und die Bakteriologie.

Paul Ehrlich arbeitete ab 1890 als Mitarbeiter von Robert Koch am »Institut für Infektionskrankheiten« in Berlin. Während dieser Zeit entwickelte er ein Verfahren zum Nachweis des Tuberkelbazillus. Seine zwischen 1890 und 1905 entstandene so genannte »Seitenkettentheorie«, ermöglichte die weitere Entwicklung und Herstellung von Seren zur Bekämpfung verschiedenster Krankheiten. In den Jahren 1904 bis 1914 forschte Paul Ehrlich auf dem Gebiet der Chemotherapie (die Behandlung von Infektionskrankheiten mit chemischen Mitteln) und entwickelte zusammen mit dem Japaner Sahachiro Hata (1873-1938) das Medikament Salvarsan, das erste wirksame Mittel gegen die Syphilis.
1908 erhielt er - gemeinsam mit dem Russen Ilja Metschnikoff - »als Anerkennung ihrer Arbeiten über die Immunität« den Medizin-Nobelpreis.

»Man muss gewisse Gesichtspunkte haben, aus denen man die Literatur studiert, dann ist sie befruchtend, sonst nur verwirrend. Kenntnis möglichst vieler chemischer Stoffe und deren Eigenschaften. Große Präparatensammlung und viel Probieren. Möglichste Genauigkeit und Ausdehnung der Versuche, möglichst wenig Schätzung. Viel arbeiten, wenig publizieren...
Keine Schätzungen, exakte Messungen. Tatsachen haben bei mir immer gestimmt.«
zitiert nach: Ernst Bäumler: Paul Ehrlich, 1989
(entnommen dem »Harenberg Lexikon der Nobelpreisträger«, Harenberg Lexikon Verlag, 1998/2000, S. 58)
Frei zitiert nach einer Veröffentlichung der Zeitschrift ULK aus dem Jahre 1910. Der genaue Wortlaut ist in dem Buch von Ehrlichs Sekretärin, Frau Martha Marquardt, »Paul Ehrlich. Berlin, Springer-Verlag, 1951« zu finden. Vielen Dank, Rudolf Kleinert!
Zuletzt geändert am 05.05.2009