Die Flussschiffer Hendrik (Carl Raddatz) und Willy (Gustav Knuth), nehmen eines Tages das Mädchen Anna (Hannelore Schroth) auf ihren Havelkahn. Hendrik verliebt sich in Anna, doch nach einer unbedachten Äußerung Willys verlässt Anna beleidigt das Schiff. Willy will sich an Land eine Stelle suchen, um bei Anna sein zu können, Hendrik fährt weiter. Doch schließlich finden Anna und Hendrik zueinander, und auch Willy kommt wieder auf das Schiff zurück.
Der Film entsteht mitten im Krieg, von Mai bis Oktober 1944. Die Uraufführung findet 1946 bei den Filmfestspielen in Locarno statt. In Deutschland findet die Uraufführung erst am 18. Mai 1950 statt.
Eine deutsche Filmsensation: »Unter den Brücken« ist, künstlerisch, stilistisch und geistig betrachtet die letzte Sensation des deutschen Films und eine der größten Filmsensationen der letzten Jahre überhaupt.
(»Die Tat«, Zürich, 6.10.1946)
Wir haben damals alle mit großer Liebe an den Brücken gearbeitet. Unsere Motive, Glienicker Brücke, die ganze Havel, Ketzin, Havelwerder, es war eine idyllische, fast romantische Drehzeit, in der über unseren Köpfen die Bomberströme nach Berlin zogen. Ganz hinten am Horizont stiegen dann ein paar Minuten später die Rauchpilze hoch, der Himmel wurde finster, dort hinten grollte es, und die Erde zitterte leise, und um uns quakten die Frösche, der Wind ging durchs Schiff, die Havel floss gemütlich weiter, als ob nichts wäre. Wir sahen uns besorgt an, die Arbeit ging weiter.
Carl Raddatz in »Spielfilme im ZDF«, aus »Klassiker des Deutschen Tonfilms« von C. Bandmann u. Joe Hembus, S. 151/152
Zuletzt geändert am 03.05.2009